
Mit großer aber selbstgebremster Erregtheit darf ich mich nun wieder etwas genauer in den 2. Musikentwurf von Peter M. Glantz einhören. Nach gut zwei Minuten verstörendem Gletscher-im-Zeitraffer-Material erfolgt eine so hoffnungsvolle Erlösung, dass mir die Tränen kommen. Die Angespanntheit weicht innerer Zufriedenheit und vielen Fragen.
Ich bin in diesem Zustand nicht länger in der Lage, objektiv zu sein, will es auch gar nicht. Ich befürchte zwar, den Blick dafür verloren zu haben, wie Musik und Bild getrennt zu werten sind, verabschiede mich jedoch trauerlos. Stattdessen starte ich eine eine Umfrage im Freundes- und Bekanntenkreis. Ich lasse die Musik hören und frage nach Bildern, die bei den Hörenden spontan (sofern überhaupt) auftauchen. Ich möchte mal auf diesem Wege untersuchen, in wieweit der Ton meine künstlerische Gesinnung unterstützt. Oder eben nicht unterstützt. Immerhin steckt hinter dem Ton eine anderes Individuum. Und ich höre nicht das erste Mal, dass die Musik als zu düster für das Bild empfunden wird. ("Wieso machst Du nicht was lustigeres?")
Merkwürdigerweise erreicht der Ton allein die Hörenden auf einem mir angenehmen Fuß. In den Beschreibungen der jeweiligen inneren Welten tauchen ähnliche Motive auf. Vielfach ist von aus Beklemmung erwachsener Neugier die Rede.
Meine Entscheidung der Stunde ist, die Zeit arbeiten zu lassen, um aus einem reiferen Blickwinkel erneut nach einer bildlichen Entsprechung für eine derartige Auflösungssituation zu suchen. Im Moment ist nicht auszumachen, ob mein Bauch oder mein Kopf gegen die durch die Musik evozierten Empfindungen reden. Klar ist offenbar uns beiden, Peter und mir, dass es eine Wandlungssituation gibt. Ist die Frage, die sich mir also stellt, die Frage nach dem Bild für mein persönliches Hoffnungs-Szenario?
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