07 MÄRZ 21 MUSIKENTWURF TEIL 2 FORDERT



Mit großer aber selbstgebremster Erregtheit darf ich mich nun wieder etwas genauer in den 2. Musikentwurf von Peter M. Glantz einhören. Nach gut zwei Minuten verstörendem Gletscher-im-Zeitraffer-Material erfolgt eine so hoffnungsvolle Erlösung, dass mir die Tränen kommen. Die Angespanntheit weicht innerer Zufriedenheit und vielen Fragen.

Ich bin in diesem Zustand nicht länger in der Lage, objektiv zu sein, will es auch gar nicht. Ich befürchte zwar, den Blick dafür verloren zu haben, wie Musik und Bild getrennt zu werten sind, verabschiede mich jedoch trauerlos. Stattdessen starte ich eine eine Umfrage im Freundes- und Bekanntenkreis. Ich lasse die Musik hören und frage nach Bildern, die bei den Hörenden spontan (sofern überhaupt) auftauchen. Ich möchte mal auf diesem Wege untersuchen, in wieweit der Ton meine künstlerische Gesinnung unterstützt. Oder eben nicht unterstützt. Immerhin steckt hinter dem Ton eine anderes Individuum. Und ich höre nicht das erste Mal, dass die Musik als zu düster für das Bild empfunden wird. ("Wieso machst Du nicht was lustigeres?")
Merkwürdigerweise erreicht der Ton allein die Hörenden auf einem mir angenehmen Fuß. In den Beschreibungen der jeweiligen inneren Welten tauchen ähnliche Motive auf. Vielfach ist von aus Beklemmung erwachsener Neugier die Rede.

Meine Entscheidung der Stunde ist, die Zeit arbeiten zu lassen, um aus einem reiferen Blickwinkel erneut nach einer bildlichen Entsprechung für eine derartige Auflösungssituation zu suchen. Im Moment ist nicht auszumachen, ob mein Bauch oder mein Kopf gegen die durch die Musik evozierten Empfindungen reden. Klar ist offenbar uns beiden, Peter und mir, dass es eine Wandlungssituation gibt. Ist die Frage, die sich mir also stellt, die Frage nach dem Bild für mein persönliches Hoffnungs-Szenario?

07 MÄRZ 01 DIE HAMMERWERFER-SCHWUNGMETHODE



Ich habe entschieden. Die einfachste Art eines seiner Extremitäten dauerhaft loszuwerden, ist viel Schwung. Hat man den, muss man dann - wie beim Hammerwurf - nämlich einfach nur noch loslassen. Und das funktioniert, wenn der Arm sowieso nur noch am seidenen Faden hängt. Meinetwegen durch konzentriertes und ausgiebiges Schütteln und Knicken an einer Stelle. Der hier vorhandene Organismus spielt sich durch kalkulierte Fehlbeanspruchung kaputt.
Fotografisch wird die Szene perspektivisch von weit unten umgesetzt, das Stativ ist liegend am Boden fixiert, um die Labilität der Schlingerbewegung zu unterstreichen.

Der freigeschüttelte Ast stammt von einem fremden Baum, ist länger und somit deutlicher zu erkennen. Er musste mit einer schanierartigen Konstruktion an den Baum gesetzt werden, um sich auf und ab bewegen zu können.
Die freischwebende Aufhängung über Blumendraht ist auf den Einzelfotos des Trickfilms zu erkennen. Im günstigsten Fall könnte man ihn für Lametta halten, im Erkennungsfall vielleicht als endzeit-spektakel-zusammengeflickt und somit als Stilmittel werten.

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